Resolution zum Ausbau der Heidebahn

Betreff
Resolution zum Ausbau der Heidebahn
Vorlage
2020/2336
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag:

Der Kreistag beschließt die Resolution zum Ausbau der Heidebahn an das Land Niedersachen.

 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Tourismus und Feuerwehr hat die Resolution mit den Änderungen einstimmig beschlossen.

 

Sachverhalt und Rechtslage:

Ergänzung der Resolution durch Beschluss des Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Tourismus und Feuerwehr am 18.05.2020

Nach !. Absatz Seite 2 einfügen:

Die Attraktivität der Heidebahn Richtung Hamburg Hbf wird nach wie vor durch das Umsteigen in Buchholz stark eingeschränkt.

Die Durchbindung bis Hamburg-Harburg am Wochenende ist nur ein erster Schritt in Richtung einer Durchbindung bis Hamburg Hbf.

Dritter Absatz Seite 2, 2. Zeile: in die Klammer zusätzlich:

oder beim Metronom auf der Strecke Bremen - Hamburg.

Am Ende des 3. Absatz:

Mittelfristiges Ziel bleibt die Durchbindung bis Hamburg Hbf im Sinne der Landtagsentschließung Drs. 18/3953 vom 12.6.2019.

[Eingefügt s. u. Ergänzung SPD, Drs. 18/3953 und 18/5586 v. 14.01.2020 s. Anhang]

Die Beförderungsqualität auf der RB 38 Heidebahn leidet seit Jahren unter Verspätungen. Ursachen:

Ø  verspätete Anschlusszüge, die in Buchholz oder Soltau abgewartet werden müssen,

Ø  andere Züge, die wegen Verspätung den Bahnsteig oder die Trasse belegen (S-Bahn Hannover)

Ø  Warten im Kreuzungsbahnhof auf einen unpünktlichen Gegenzug.

Ø  technische Defekte am Dieseltriebwagen oder Nichtfreigabe der Türen durch Fahrgäste

Ø  technische Defekte an der Infrastruktur (Langsamfahrstellen, Stellwerke, Signale, Bahnübergänge).

Der durchgehende Fahrbetrieb von Buchholz bis Hannover, am Wochenende ab Hamburg-Harburg, sieht nur geringe Zeitpuffer in Handeloh, Soltau und Hodenhagen vor. Es bestehen daher kaum Möglichkeiten, Verspätungen aufzufangen.

 

Ein großer Teil der Mängel kann durch eine bessere Infrastruktur vermieden werden. Weitere Mängel wie zu geringe Beförderungskapazität bestehen im Betrieb der Heidebahn. Alle Heidekreiskommunen tragen die Resolution mit.

 

 

Resolution zum Ausbau der Heidebahn

Mit dem Ausbau der Heidebahn wurden erste Fortschritte erzielt. So wurde der Bestand der Strecke gesichert, Gleise erneuert, Geschwindigkeiten erhöht, Umsteigepunkte entfielen, Fahrtzeiten wurden verringert, neue Triebwagen kamen zum Einsatz, zusätzliche Fahrten wurden eingeführt und durch Tarifausweitungen der Verkehrsverbünde sowie die Anschlussmobilität im Niedersachsentarif wurden Fahrten mit Bahn und öffentlichen Verkehrsmitteln teilweise auch günstiger.

 

Die Heidebahn stößt jedoch immer wieder an ihre Grenzen. Die eingleisige Strecke sorgt für Beschränkungen der Kapazität. Verspätungen werden auf Gegenzüge übertragen. Die eingesetzten Triebwagen, Stellwerke aus dem vorigen Jahrhundert, Signale und Schranken sind störanfällig. Die Verantwortlichkeit ist aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten aufgesplittert und schwer greifbar. Die bisherige Kapazität an eingesetzten Fahrzeugen reicht häufig nicht, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Frust und Ärger der Bahnkundinnen und Bahnkunden sind häufig an der Tagesordnung.

 

Die Attraktivität der Heidebahn Richtung Hamburg Hbf wird nach wie vor durch das Umsteigen in Buchholz stark eingeschränkt. Die Durchbindung bis Hamburg-Harburg am Wochenende ist nur ein erster Schritt in Richtung einer Durchbindung bis Hamburg Hbf.

 

Es ist daher unumgänglich, jetzt die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen und nicht im derzeitigen Zustand zu verharren, um den Bedürfnissen der Bahnkundinnen und Bahnkunden an der Strecke gerecht zu werden und die Bahn als attraktives Verkehrsmittel zu stärken. Wir fordern hier nicht Stückwerk, sondern einen gemeinsamen Masterplan aller Beteiligten.

 

Um dies zu erreichen, wird das Land Niedersachsen aufgefordert, die Heidebahn so weit wie möglich zweigleisig auszubauen und danach einen Halb-Stunden-Takt (wie bei der S-Bahn Hannover oder beim metronom auf der Strecke Bremen - Hamburg) einzurichten. Je früher mit dem Planverfahren begonnen wird, desto eher kann die Umsetzung erfolgen!

 

Zudem sollte umgehend damit begonnen werden, die Stellwerke, Signal-, Schranken- und Weichentechnik zu erneuern. Darüber hinaus sollte an allen Wochentagen eine Durchbindung der Heidebahn nach Hamburg-Harburg erfolgen, um eine bessere Anbindung an Hamburg zu erreichen. Mittelfristiges Ziel bleibt die Durchbindung bis Hamburg Hbf im Sinne der Landtagsentschließung Drs. 18/3953 vom 12.6.2019.

 

Es sind zusätzliche Triebwagen einzusetzen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Es ist durch den Hersteller und Betreiber sicherzustellen, dass die immer wieder auftretenden Störungen an Türen, Heizungen, etc. verlässlich abgestellt werden. Sollte dies nicht möglich sein, wäre der Einsatz dieser Triebwagen zu überdenken.

 

Die Tarife sind weiter fortzuschreiben. Das Land Niedersachsen hat gemeinsam mit Hamburg und den Landkreisen Cuxhaven, Heidekreis, Rotenburg (Wümme) und Uelzen eine Erweiterung des HVV-Tarifgebietes auf niedersächsisches Gebiet ab Dezember 2019 eingeführt. Auch im GVH sind für das Umland von Hannover für Tages- und Einzeltickets attraktive Konditionen nötig, um noch mehr Menschen zu bezahlbaren Preisen Bahnfahren zu ermöglichen. Hierbei sind auch die Bahnhöfe Soltau, Bad Fallingbostel und Dorfmark in Tarifverbünde einzubeziehen. Alternativ wäre ein attraktiver Niedersachsen-Tarif fortzuentwickeln, sofern dauerhaft keine Fortschritte beim GVH-Tarif erzielt werden.

 

Die Kommunen erklären, dem Bahnverkehr in ihren Planungen Priorität einzuräumen. Dies geschieht bei der Bauleitplanung und der Ausweisung neuer Park-and-Ride-Parkplätze unter Inanspruchnahme von Fördermitteln.

 

 

Haushaltsrechtliche Beurteilungen:

 

 

Deckungsvorschlag: